Krankengeld Für Selbstständige: Absicherung Planen
Selbstständigkeit bietet Freiheit – aber auch Risiken, die viele unterschätzen. Eine schwere Erkrankung oder ein Unfall kann schnell zur finanziellen Katastrophe werden, wenn keine Absicherung vorhanden ist. Anders als Arbeitnehmer erhalten Selbstständige keinen Lohn während einer Krankheit. Hier setzt Krankengeld an: Es sichert das Einkommen ab, wenn du arbeitsunfähig bist. Doch welche Optionen haben Selbstständige wirklich? Und wie plane ich meine Absicherung richtig? Wir zeigen dir, worauf es ankommt und wie du deine finanzielle Sicherheit auch im Krankheitsfall aufbaust.
Was Ist Krankengeld Und Wie Funktioniert Es?
Definition Und Grundprinzipien
Krankengeld ist eine Leistung der Krankenversicherung, die dich während einer Arbeitsunfähigkeit teilweise absichert. Es ersetzt einen Teil deines Einkommens und soll dir helfen, finanzielle Engpässe zu überbrücken, wenn du nicht arbeiten kannst.
Das Funktionsprinzip ist einfach: Sobald du arbeitsunfähig bist und ein ärztliches Attest vorlegst, zahlt deine Versicherung das Krankengeld. Es beginnt in der Regel nach einer sogenannten Karenzzeit – bei Selbstständigen meist ab dem ersten Krankheitstag oder nach drei Tagen, je nach Versicherungsvertrag.
Die Leistung wird typischerweise für maximal 78 Wochen pro Krankheitsfall gezahlt und entspricht etwa 70 Prozent deines regelmäßigen Einkommens (maximal bis zur Beitragssatzgrenze).
Unterschied Zwischen Arbeitnehmern Und Selbstständigen
Hier zeigt sich ein großer Unterschied: Arbeitnehmer erhalten normalerweise sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber und danach Krankengeld von der Krankenkasse. Für Selbstständige ist die Situation komplizierter.
Selbstständige müssen sich aktiv für eine Krankenversicherung mit Krankengeldleistung entscheiden. Die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ermöglicht Krankengeld, muss aber gezielt gewählt werden. Private Versicherer bieten Krankengeld nur gegen Zusatzbeitrag an.
Wichtig: Viele Selbstständige haben gar keinen Anspruch auf Krankengeld, weil sie sich entweder nicht versichert haben oder ihre Versicherung keine entsprechende Leistung vorsieht. Das ist ein ernstzunehmendes finanzielles Risiko.
Versicherungsoptionen Für Selbstständige
Freiwillige Mitgliedschaft In Der Gesetzlichen Krankenversicherung
Für viele Selbstständige ist die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) auf freiwilliger Basis die beste Option. Du zahlst einen Beitrag (derzeit etwa 14–15 Prozent des Einkommens), erhältst aber umfangreiche Leistungen – inklusive Krankengeld.
Vorteil: Das Krankengeld ist im Regelwerk fest definiert und verlässlich. Nach einer Karenzzeit von in der Regel drei Tagen erhältst du 70 Prozent des Nettoeinkommens (maximal 119,75 Euro pro Tag im Jahr 2025). Die Leistungsdauer beträgt bis zu 78 Wochen pro Krankheitsfall.
Nachteil: Die Beitragssätze sind für Selbstständige oft höher als für Arbeitnehmer, da du als Selbstständiger die volle Sozialversicherung trägst.
Private Krankenversicherung Mit Krankengeldoption
Als Selbstständiger kannst du dich auch privat versichern. Das ist oft günstiger, bietet aber automatisch kein Krankengeld – du musst es explizit hinzubuchen.
Die Leistungen sind dann individuell gestaltbar:
- Du bestimmst selbst, wie lange die Karenzzeit ist (1, 3, 7 oder 14 Tage)
- Die Tagessätze sind flexibel wählbar
- Die Leistungsdauer kann unterschiedlich ausfallen
Das ist vorteilhaft, wenn du ein hohes Einkommen hast und eine großzügige Absicherung willst. Die monatliche Prämie ist aber entsprechend höher. Auch: Private Versicherer haben strengere Bedingungen beim Zugang – Vorerkrankungen können zu Ausschlüssen oder Risikozuschlägen führen.
Krankentagegeldversicherung Als Alternative
Eine häufig übersehene Option ist die spezialisierte Krankentagegeldversicherung, eine reine Zusatzversicherung. Sie arbeitet unabhängig von deiner Krankenversicherung und zahlt ab Tag eins der Arbeitsunfähigkeit.
Du legst selbst fest:
- Wartezeit (1–30 Tage)
- Tägliche Leistung (z. B. 50 oder 100 Euro)
- Versicherungsdauer
Vorteil: Niedrige Prämien, sehr flexible Gestaltung. Nachteil: Es ist eine zusätzliche Versicherung mit separater Verwaltung und zusätzlichen Kosten. Dennoch: Viele Selbstständige kombinieren diese Lösung mit der gesetzlichen Grundabsicherung, um Lücken zu füllen.
Anforderungen Für Den Anspruch Auf Krankengeld
Versicherungsdauer Und Beitragszahlung
Du kannst nicht sofort nach Versicherungsbeginn Krankengeld beantragen. Es gibt rechtliche Wartezeiten – das ist wichtig zu verstehen.
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung: Du benötigst in der Regel vier Wochen ununterbrochene Versicherung, bevor du Anspruch auf Krankengeld hast. Das heißt: Wenn du dich morgen anmeldest, bekommst du frühestens in vier Wochen Krankengeld gezahlt, solltest du dann arbeitsunfähig sein.
Bei privaten Versicherungen: Wartezeiten sind oft länger – bis zu drei Monate sind üblich. Manche Versicherer gewähren auch Krankengeld von Anfang an, berechnen dafür aber einen deutlich höheren Beitrag.
Die Beitragszahlung muss aktuell und lückenlos sein. Wenn du Beiträge rückständig hast oder deine Versicherung beendet hast, entfällt der Anspruch.
Ärztliche Bescheinigung Und Arbeitsunfähigkeit
Um Krankengeld zu erhalten, brauchst du ärztliche Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit. Ein einfaches Unwohlsein reicht nicht – ein Facharzt muss attestieren, dass du deine berufliche Tätigkeit nicht ausüben kannst.
Wichtig: Die medizinische Arbeitsunfähigkeit muss konkret auf deine berufliche Situation zutreffen. Für Selbstständige gilt: Wenn dein Beruf physisch belastend ist (z. B. Handwerk), ist der Maßstab anders als bei bürogebundenen Tätigkeiten.
Du musst das ärztliche Attest unverzüglich einreichen – idealerweise am ersten Krankheitstag oder spätestens am darauffolgenden Arbeitstag. Verzögerungen können zu Leistungskürzungen führen.
Manche Kassen verlangen zudem eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in einem speziellen Formular – informiere dich bei deiner Versicherung über genaue Anforderungen.
Berechnung Und Höhe Des Krankengeldes
Berechnungsgrundlagen
Die Berechnung ist für viele Selbstständige ein Knackpunkt – denn: Die Versicherung rechnet auf Basis deines regelmäßigen Einkommens.
Bei der GKV wird dein versicherungspflichtiges Einkommen der letzten 12 Monate herangezogen. Das sind deine Einkünfte minus Betriebsausgaben. Davon werden dann 70 Prozent berechnet.
Beispiel:
- Dein durchschnittliches Monatseinkommen: 3.000 Euro
- 70 Prozent davon: 2.100 Euro
- Krankengeld pro Tag: 2.100 Euro ÷ 30 ≈ 70 Euro
Bei privaten Versicherungen legst du die tägliche Leistung selbst fest – z. B. 100 Euro pro Tag. Diese wird dann unabhängig vom tatsächlichen Einkommen gezahlt.
Ein zusätzlicher Punkt: Es gibt eine Beitragssatzgrenze. Das bedeutet, dass die Leistung nicht unbegrenzt ist. Im Jahr 2025 liegt die maximale tägliche Leistung bei etwa 119,75 Euro (GKV). Wer ein höheres Einkommen hat, ist mit privater Versicherung oder Zusatzversicherung besser beraten.
Maximale Leistungsdauer
Die Leistungsdauer ist bei der GKV auf 78 Wochen in drei Jahren pro Krankheit begrenzt. Das klingt viel, ist aber für längere Erkrankungen schnell aufgebraucht.
Bei privaten Versicherungen kannst du die Dauer oft wählen – oft zwischen 1–3 Jahren pro Versicherungsfall.
Wichtig: Die Zahlungen laufen weiter, solange du arbeitsunfähig bist – aber eben maximal 78 Wochen. Danach musst du auf andere Leistungen (z. B. Berufsunfähigkeitsrente) hoffen oder hast keinen Einkommenszuschuss mehr.
Praktische Absicherungsplanung
Finanzielle Rücklagen Bilden
Krankengeld ist eine Versicherungsleistung – aber es ersetzt nicht 100 Prozent deines Einkommens. Und es gibt Zeiten, in denen selbst diese Leistung nicht läuft.
Unser Rat: Baue dir einen Notfallfonds auf. Diesen sollte mindestens drei Monatsausgaben decken – besser noch sechs Monate. So kannst du auch in längeren Krankheitsphasen deine Miete, Nebenkosten und grundlegende Lebenshaltungskosten zahlen, ohne in finanzielle Schieflagen zu geraten.
Wie viel ist nötig? Rechne deine monatlichen fixen Ausgaben zusammen:
| Wohnungskosten | 1.200 Euro |
| Versicherungen | 400 Euro |
| Lebensmittel | 300 Euro |
| Nebenkosten | 200 Euro |
| Sonstige | 200 Euro |
| Monatlich gesamt | 2.300 Euro |
Rücklagenaufbau (6 Monate): 2.300 × 6 = 13.800 Euro
Wir wissen: Das ist eine Stange Geld. Aber es zahlt sich aus. Viele Selbstständige bauen diese Reserve schrittweise auf – 200–300 Euro monatlich über mehrere Jahre hinweg.
Versicherungsschutz Prüfen Und Optimieren
Alle zwei Jahre solltest du deine Absicherung überprüfen. Fragen, die du dir stellen solltest:
- Ist meine aktuelle Versicherung noch optimal für mein Einkommen?
- Habe ich Deckungslücken – z. B. durch zu lange Karenzzeiten?
- Gibt es bessere Angebote auf dem Markt?
- Ist die maximale Leistungsdauer ausreichend für meine Situation?
Zusätzlich: Wenn dein Einkommen steigt, prüfe, ob deine Absicherung mitgewachsen ist. Viele Selbstständige versichern sich einmal und vergessen dann, die Leistungen anzupassen.
Ein praktischer Tipp: Kombiniere mehrere Ebenen der Absicherung. Viele erfolgreiche Selbstständige nutzen:
- Gesetzliche Krankenversicherung als Basis (mit Krankengeld)
- Krankentagegeldversicherung für höhere tägliche Leistungen
- Berufsunfähigkeitsversicherung für lange Ausfallzeiten (über 3 Jahre)
- Finanzielle Rücklagen als letztes Sicherheitsnetz
Diese Kombination kostet zwar etwas, schützt dich aber vor wirklich existenzbedrohenden Situationen.
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